JudaistIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.780,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Judaisten und Judaistinnen beschäftigen sich mit jüdischer Sprache, Geschichte, Kultur, Religion und Literatur von der Antike bis zur Moderne sowie der Beziehungen zu anderen Kulturen und deren Religionen. Fachleute beherrschen üblicherweise die hebräische Sprache.

Sie beschäftigen sich forschend und beschreibend mit der Vielfalt der jüdischen Kultur in Österreich, Europa und der ganzen Welt. Sie arbeiten auch als VermittlerInnen zwischen verschiedenen Kulturräumen. Sie sammeln Dokumente und Literatur, analysieren und interpretieren Texte sowie gesprochene Sprache. Die Ergebnisse veröffentlichen sie in Vorträgen, politischen Diskussionsrunden oder in Publikationen. In der freien Wirtschaft sind sie z.B. in exportorientierten Unternehmen tätig.

Durch  die sprachbezogene Ausbildung können sie, je nach Qualifikation und weiteren Kenntnissen, in unterschiedlichen Projekten mitwirken, z.B:

  • Alte Handschriften und Inschriften übersetzen
  • Dokumente für Archive sammeln und systematisieren
  • Übersetzungen korrekturlesen (Produktbeschreibungen, Reiseführer, Anwaltsliteratur)
  • Fachartikel für die Veröffentlichung in den Medien verfassen
  • Kulturveranstaltungen und Ausflüge organisieren
  • Socia Media-Texte gestalten
  • Fachterminologie-Glossars erstellen
  • Bei wissenschaftlichen Forschungsprojekten mitarbeiten
Siehe auch:
  • Freude an der Sprache und Kultur
  • Grundlegende interkulturelle Kompetenz
  • Gutes Hör- und Sprechvermögen: Ein phonetisches Gehör ist von Vorteil, um verschiedene Laute gut zu unterscheiden
  • Gute Allgemeinbildung
  • Analytisches Denkvermögen

Akademische Berufsfelder eröffnen sich in Bereichen, die mit Kulturvermittlung zusammenhängen und bei Projekten, die ein Verständnis der jüdischen Sprache, Kultur und Gesellschaft erfordern.

Aufgabenfelder bestehen auch bei Unternehmen und Organisationen, in denen spezifische Länderkompetenz, Regionalkompetenz sowie Sprachkompetenz (Fachsprache oder Wirtschaftssprache) erforderlich sind, z.B.

  • Wirtschaft und Industrie: Übersetzung, Import/Exportabteilung
  • Non-Profit-Organisationen
  • Tourismus, Medienarbeit, Öffentlichkeitsarbeit: Planung und Organisation von wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen
  • Medien: RedakteurIn, KorrespondentIn, Film-, LiteraturkritikerIn
  • Kulturbetrieb: Kulturreferat, Ausstellungswesen, Filmfestivals
  • Bibliothek, Archiv, Dokumentationswesen
  • Verlag: Lektorat, Pressestelle, Literaturrecherche und Literaturanalyse
  • Erwachsenenbildung: SprachtrainerIn, Kultur-Workshops
  • Universität: SprachlektorIn, AssistentIn

 

  • Österreichische Institutionen der Sozial- und Integrationsarbeit
  • Nationale und internationale Organisationen, z.B. Entwicklungszusammenarbeit
  • Verlage, Nachrichtenagenturen, Journalismus

In einer internationalen Arbeitswelt ist das Wissen über andere Kulturen und Sprachen von großem Nutzen und erweist sich oft als Brückenelement zu weiteren Tätigkeitsfedern.

Um die Perspektiven bereits beim Berufseinstieg zu verbessern, gilt es, rechtzeitig berufsrelevante Qualifikationen und Zusatzkenntnisse zu erwerben. Das beginnt schon bei der Wahl der Fächerkombination im Studium. Ebenso wichtig sind Auslandsaufenthalte (Exkursionen, Praktika, Sommerkurse), z.B. in einer Non-Profit-Organisation oder bei einem Event-Unternehmen für gesellschaftliche oder geschäftliche Veranstaltungen.

Aktuelle Infos über Karrieremöglichkeiten in den Sprachendiensten der Europäischen Kommission und in anderen EU-Institutionen bieten z.B. folgende Institutionen:

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Philologe/Philologin", dem der Beruf "JudaistIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Universität Wien bietet den Bachelor- und Masterstudiengang Judaistik. Die Universität Salzburg bietet den Studiengang Jüdische Kulturgeschichte, Universität Graz bietet den das Joint-Masterstudium Jüdische Studien – Geschichte jüdischer Kulturen.

Latein ist für manche Studien Voraussetzung und kann gegebenenfalls vor Ende des Studiums nachgeholt werden. Nähere Infos bieten die Universitäten!

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Postgraduale Programme ermöglichen den Erwerb fachübergreifender, berufsbezogener und ergänzender Zusatzqualifikationen. Besonders gefragt sind digitale und wirtschaftliche Kompetenzen sowie Zusatzqualifikationen im Bereich Organisation und Moderation. Es gibt ein vielfältiges Angebot an Lehrgängen, Masterprogrammen und Zertifikatskursen, z.B.

  • Online-Kommunikation
  • Spracherkennung/Computerlinguistik
  • Medienauswertung
  • Kongress- und Konferenzmanagement
  • Sprach- und Kulturmittlung (Translation): Übersetzen, Dolmetschen
  • Literarische Übersetzung: Filmsynchronisation und Untertitelung
  • Gerichtsdolmetschen

 

Feldstudien sowie die Teilnahme an Fachkongressen und Workshops bieten ebenso die Möglichkeit, Kenntnisse zu erweitern und sich über neueste Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Workshops und detaillierte Informationen bietet auch die UNIVERSITAS Austria - Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen, URL: www.universitas.org.

Grundsätzlich ist eine beratende, leitende oder freiberufliche Position möglich, z.B. in einem Übersetzungs- oder Dolmetscherbüro, als TrainerIn in der Wirtschaft oder in der Politikberatung und Koordinierung bei spezifischen Fragestellungen. Für eine Tätigkeit im gehobenen auswärtigen Dienst gelten Aufnahmevoraussetzungen; Infos bietet z.B. die Website des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten: BMEIA.

Fachleute können im Kulturtourismus, als FremdenführerIn oder ReiseleiterIn arbeiten (Infos bietet die WKO). Auch eine Position als wissenschaftlicheR MitarbeiterIn in einem Forschungsinstitut kann angestrebt werden.

Für eine selbstständige Tätigkeit, z.B. als UnternehmensberaterIn bestehen gesetzliche Regelungen. Infos zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes bietet z.B. die Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Die aktuelle bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe sowie die Liste der reglementierten Gewerbe ist jeweils auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) abrufbar.

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